augenblicklyric

Lyric im Alltag – Augenblicke die im nichts verschwinden

Wünsche eines Clowns

Als Kind wünschte er sich, fortzugehen – irgendwohin, in eine Welt, in der er sich wohlfühlen konnte. Und nur wie ein Kind in der Lage ist, sich in seine Phantasiewelt zurückzuziehen, nur so erlebte er hinter geschlossenen Augen Momente des Glücks.

Niemand merkte, wie er sich langsam seinen eigenen Weg bahnte. Mit der Zeit wuchs das Kind und es lernte, sich anzupassen – einzureihen in die Menge der Realisten. Baustein für Baustein … aus dem Kind wurde ein perfekter Clown:

fröhlich, hilfsbereit, ganz einfach nett. Der Clown erfüllte so alle Vorstellungen seiner Umwelt; ein ideales Spiegelbild eines idealen Menschen. Ganz Wenigen war es erlaubt, hinter diese Maske zu schauen. Tief in seinem Herzen lebte er noch, der Kinderwunsch nach seiner Welt.

Einmal – ganz kurz glaubte er sich am Ziel. Aber er setzte auf die falsche Zahl; der Clown verlor sein Lächeln dabei. Mit der Maske im Gesicht tanzte er, zog Grimassen und entkam unerkannt.

Irgendwo in der Menge ist er untergetaucht, fällt im Grau des Alltags nicht weiter auf. Nur manchmal, wenn er sich in die Augen sehen läßt, dann spürt man dieses Feuer tief in ihm:

Der Clown hat ihn noch, seinen Wunsch … und vielleicht geht er in Erfüllung auf der Reise in sein nächstes Leben.

 

 

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Sein Licht

Irgendwo auf dieser Welt

lebte ein Kind für seinen Traum.

Irgendwann vor langer Zeit

erzählt man sich – geschah es.

Er war nicht so wie andere Kinder

und doch voll Leben.

Da war sein Traum,

er wollte nur die Sonne sehen.

Einmal – einmal die Sonne sehen.

Doch er wußte,

dass wird niemals geschehen in seinem Leben

und die Sehnsucht

tief in ihm, ließ ihn nicht los.

Als die Nacht kam

da floh das Kind in die dunklen Wälder

und nur sein Freund

den großen Hund, den nahm er mit.

Was war geschehn – wo floh er hin?

Man suchte ihn

nur bis zum Morgen.

Und die Männer gingen heim

denn dieses Kind schien tot.

Man hatte ihn

nach all den Jahren fast vergessen.

Doch da kam ein

junger Mann mit seinem Hund herein ins Dorf.

Er hat das Licht

und auch die Sonne niemals gesehen

Doch auf dem Weg

zu seinem Licht fand er sein Ziel.

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… der werfe einen Stein

Ich weiß, ich hab in meinem Leben

so manchen Fehler schon gemacht.

Ich hab genommen, statt zu geben

und an die Folgen nicht gedacht.

 

Ich habe für mein Recht geschrien

und das Recht anderer übersehn.

Ich wollte niemals im Strom ziehen,

doch sah mich dann als erstes gehn.

 

Jetzt steh ich hier,

verbeuge mich ein letztes Mal.

Hoffe ihr könnt mir verzeihn.

Jetzt steh ich hier

und wer glaubt, viel besser zu sein

der treffe mich mit einem Stein.

 

Ich suchte immer neue Straßen

und hab zu oft zu viel gewagt.

Ich hab so manchen Freund verlassen,

niemals nach seinem Weg gefragt.

 

Ich wollte einfach immer siegen,

verlor dabei mehr als nur ein Spiel.

Ich wollte niemals wirklich lügen

und rannte doch durch’s falsche Ziel.

 

Jetzt steh ich hier

und wer glaubt viel besser zu sein

der treffe mich mit einem Stein

 

 

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Niemand fragte warum

Er saß mitten auf der Straße

seine dicke, rote Nase leuchtete in der Dunkelheit.

Autos fuhren hupend um ihn herum.

Autofahrer kurbelten wütend die Fenster herunter und schimpften ihn einen Idioten.

 

Er saß mitten auf der Straße

seine viel zu großen Füße steckten in viel zu großen Schuhen.

Der bunte Mantel, um ein vielfaches geflickt, hüllte ihn schützend ein.

Leise spielte er auf seiner Mundharmonika.

 

Er saß mitten auf der Straße

Die Zeit hielt einen Augenblick den Atem an.

Eine kleine, unscheinbare Melodie schenkte Vergessenheit.

Sirenen unterbrachen den Zauber der verlorenen Melodie.

 

Er saß mitten auf der Straße

Irgendwer hatte die Polizei gerufen.

Ein verrückter Kerl, der den Verkehr behindert.

Ohne Gegenwehr ließ er sich mitnehmen.

 

Und der Strom der Autos konnte ungehindert fließen.

Da, plötzlich leuchtete etwas rot auf, wurde hochgeschleudert,

um im nächsten Moment nicht mehr zu existieren:

die Nase des Clowns – Geschichte einer kurzen Zeit

 

Er saß mitten auf der Straße,

nachts, allein mit seiner Mundharmonika

und niemand nahm sich die Zeit

zu fragen, warum …

sport4

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Der Zirkus ist in der Stadt oder … ein Hauch von Magie

Der Zirkus ist in der Stadt Du meine Güte, es scheint ein halbes Leben her, als ich das letzte Mal dort war.

Und doch – nur der Gedanke daran läßt Augenblicke der Vergangenheit wieder lebendig werden: Ja, da ist sie wieder, diese Melodie, erst leise und dann immer lauter. Sie marschieren durch die Straßen – die Clowns, die riesigen Elefanten und die schönsten Pferde der Welt.

 

„… trara, trara, der Zirkus ist da, “ tönt es bis in den letzten Winkel unserer Stadt. Alle Kinder kommen, rennen, stolpern wie hypnotisiert – von der Magie der Fröhlichkeit angezogen, hinter dem Zug her.

Abends wirkt das Zelt auf dem hellerleuchteten Platz wie der Eingang zu einem geheimnisvollen Ort. Es duftet nach Abenteuer, gebrannten Mandeln und gebratenen Würstchen. Aufgeregte Kinder zappeln ungeduldig an den Händen ihrer Eltern – wann gehts denn endlich los –

Plötzlich, gefangen von dem Zauber dieser Nacht, werden die Kleinen ganz still und bekommen glänzende Augen. Die Großen lächeln selbstvergessen, den Schein wahrend, das Märchenwelten nur für Kinder sind. Die imposante Stimme des Zirkusdirektors läßt die Luft vor Spannung beben. Alle bangen mit dem Trapezkünstler und applaudieren dem Schwertschlucker. Gemeinsam graulen sie sich vor den Löwen und lachen über die Späße der Clowns …

 

„He, träumst Du ?“ fragst Du mich nun schon zum zweiten Mal. Meine Antwort darauf ?!

„Der Zirkus ist in der Stadt. Ich gehe hin – hast Du Lust mitzukommen?“

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Krimi von einem Kind für andere Kinder … Der Meisterdieb …

Die Polizeidetektive James Glühlampe und Horst Bondt wollten was trinken gehen, als der Anruf kam, dass in der Müllerstrasse 34 bei Familie Meier ein Einbruch stattgefunden hatte.

Sie erreichten an diesem heissen Frühlingstag den Tatort und schauten sich um. Die Kollegen von der Spurensicherung hatten ihre Arbeit schon geleistet. Es sah chaotisch aus. Tisch und Stühle umgekippt, sämtliche Schubladen aus den Schränken gezogen. Die Fensterscheibe eingeschlagen und überall lag feiner Sand. Was war hier passiert?

 

James Glühlampe klingelte bei den Nachbarn; vielleicht hatten diese etwas bemerkt. Und tatsächlich, der alte Mann aus dem oberen Stockwerk hörte erst ein lautes Klirren und anschliessend so ein Radau, dass er die Polizei rief. Er konnte den Dieb jedoch nur noch von hinten sehen.

Auffällig war, das er einen rotgrünkarierten Rucksack trug und sehr schnell rennen konnte. Mit diesen Informationen ging Horst Bondt zu seinem Laptop und schnell war klar – hier war Alibaba, der Meisterdieb am Werk.

Doch wie sollten sie ihn in der grossen Stadt finden? Ratlos überlegten sie. Plötzlich ging Glühlampe ein Licht auf …“die Sandspuren in der Wohnung, natürlich, der Dieb konnte nur aus der Nähe des Baggersees sein.“ Eilig fuhren die zwei Detektive zu dem see, der an diesem heissen Tag voller Leute war. „Wie sollen wir hier jemanden finden?“ fragten beide gleichzeitig. Doch sie hatten Glück. Schräg neben der Eisdiele sahen sie einen Typ, der auf die Beschreibung passte. „Jetzt schnell hinterher,“ schubste Bondt seinen Kollegen. Der Typ lief zügig in eine Waldlichtung und blieb dann direkt vor einem Baum stehen. „Hände hoch, Polizei“. Der Dieb erschrak und rannte los – doch er übersah dabei die dicke Eiche, direkt vor ihm und knallte mit voller Wucht dagegen.

Der Rucksack, den er trug, öffnete sich bei diesem Aufprall und Schmuck und jede Menge Geld fielen heraus. „Sie sind verhaftet“, zufrieden konnten die Detektive den Fall schliessen.

 

(Maxi Mustermann; zwischen 11 + 12 Jahre alt)

 

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